Gedanken zur Friedensarbeit, sozialer Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit
Einleitung
In diesem Artikel möchte ich darstellen, welche Friedenskonflikte Europa in unmittelbarer Zukunft bevorstehen, dass es auf keinen Fall zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen darf und dass es wichtig ist an Stelle von Protesten sich neue Lebensinhalte und Zukunftsperspektiven zu setzen.
Die gegenwärtige Finanzkrise hat in Ihren negativen Auswirkungen längst noch nicht ihren Höhepunkt erreicht und für viele Menschen, auch in den bisher reichen Ländern Mitteleuropas, wird es Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Not bedeuten. Dies ist auch den Regierenden bewusst und in Deutschland zum Beispiel wird daran gearbeitet, die Gesetze zur Bundeswehr so zu ändern, dass es leichter wird, die Bundeswehr auch bei inneren Krisen einzusetzen. Offiziell dient es der Sicherheit gegen terroristische Anschläge, insgeheim wird aber mit Unruhen durch unzufriedene Bevölkerungsgruppen gerechnet. Auch die Polizeikräfte werden schon geschult, wie gegen aufständische Arbeitslose vorgegangen werden kann. Der Staat hat die Aufgabe für sozialen Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen und wirtschaftliche und soziale Not seiner Bürger bestmöglich abzuwenden. Es nicht verwunderlich, dass er in weiser Voraussicht mit dem Unmut vieler in Not geratener rechnet, denn die zur Abwendung der Wirtschaftskrise zur Zeit propagierten Mittel, Steuergelder in ein längst überfälliges Wirtschaftssystem zu investieren kann wohl kaum dazu in der Lage sein die Not finanziell Schwächerer zu lindern und wird zu Recht auch als ungerecht empfunden. Ein Mensch, der Aufgrund von Misswirtschaft und Spekulation von Seiten der Finanzmanager seinen Arbeitsplatz verliert und mit ansehen muss, wie die gleichen Finanzmanager mit Steuerzuwendungen belohnt werden, er selbst aber im Falle einer Verschuldung mit aller Härte angegangen wird, hat natürlicherweise Grund sich zu ärgern. Noch hält sich dies in Grenzen, da doch stille Hoffnung besteht, der Staat wird schon wissen was er tut und den Versprechungen geglaubt wird, die getroffenen Maßnahmen kommen am Ende auch Ihm zugute und führen in alte Zeiten des Wirtschaftswunders zurück. Es steht aber zu erwarten, dass die Situation sich bis zum Herbst noch dramatisch verschärft und den sozialen Frieden gefährdet.
Ein weiterer existenter Krisenherd wird sich bis zum Herbst ausweiten, das Problem der afrikanischen Migranten. Auf Grund der Klimaveränderungen werden immer größere Gebiete Afrikas unbewohnbar, Hunger und Elend treiben die Bewohner in die wohlhabenderen Länder Europas. Italien stellt zur Zeit eine 30.000 Mann starkes Militärkontingent auf um Migranten abzuwehren.
Wie die aktuellen Demonstrationen zum Gipfeln zeigen, gibt es schon jetzt viele Menschen, die mit den Lösungsansätzen der Vaterländer nicht einverstanden sind und protestieren, teils friedlich, teils mit Gewalt.
Not und Existenzangst erhöhen die Gewaltbereitschaft
Untersuchungen der Friedensforschung belegen, dass Gewaltbereitschaft und soziale Unruhen mit Hunger, Armut und sozialer Not steigen. Ein Mensch, der seine Existenz gefährdet sieht bekommt es mit der Angst zu tun und sucht natürlicher weise einen Ausweg. Die Angst ist aber ein schlechter Ratgeber und wenn diese Emotion den Menschen beherrscht steigen Gewalt und Aggressionsbereitschaft. Der Alltag zeigt, dass die aus Angst geborene Aggression viele Gesichter hat und sich in der Regel durchaus nicht immer gegen den Verursacher richtet, sondern oftmals gegen Schwächere richtet oder auch durch geschickte Manipulation auf vermeintliche Feinde projiziert und von Mächtigen ausgenutzt wird. Es ließen sich viele Beispiele dafür anführen, wie Mobbing am Arbeitsplatz, Gewalt in der Familie, Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit oder denken wir an das 3. Reich und Nationalsozialismus. War da nicht auch eine Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit vorausgegangen? Die Nationalsozialisten haben schnell den Feind betitelt, die Wirtschaft durch Aufrüstung angekurbelt und durch Ideologie das angeschlagene Selbstbewusstsein der Deutschen aufgerichtet. Heute nicht mehr möglich?
Des weiteren zeigt das Leben, dass es nicht nur wirtschaftliche Nöte sind, die den Menschen in Existenznot bringen, sondern auch seelische, wie Isolation, Demütigung, Zwang, Geringschätzung usw. Was macht es zum Beispiel mit der Seele des Menschen, wenn er gegenwärtig sein muss, heimlich ausspioniert zu werden, Telefonüberwachung usw. weil er vielleicht als potenziell Terror Verdächtiger gilt (neues BKA Gesetz), oder bei Telekom oder Lidl arbeitet ( siehe die Verletzungen der Bürgerrechte und Datenschutzgesetze durch die Telekom und dem Lidlkonzern) ? Auch ist anzuerkennen, dass Not relativ ist und subjektiv empfunden wird. Ein hungernder Afrikaner wird wahrscheinlich die Existenzangst eines Europäers, der sich plötzlich seine Genüsse oder kulturellen Anregungen nicht mehr leisten kann, wenig verstehen. Für eine von Arbeitslosigkeit betroffene Mitteleuropäische Familie fühlt es sich aber durchaus bedrohlich an, wenn sie sich z.B. gewohnte Familienausflüge plötzlich nicht mehr leisten kann.
Gewaltlosigkeit
Warum aber sich nicht dagegen Auflehnen? Ist das nicht besser, als den Frust an Schwächeren auslassen? Sind die gegenwärtig politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen nicht doch Schuld an den Missständen?
Es geht mir als Betroffener nicht darum dafür zu plädieren, sich schweigend alles gefallen zu lassen und den berechtigten Unmut zu unterdrücken, noch geht es mir darum Schuldige zu suchen, sondern um Auseinandersetzung mit der Not der Zeit und neue gewaltlose Strategien zur Überwindung zu suchen.
Auflehnung und Protest gegen die herrschenden Bedingungen, würde den Erwartungen der Regierenden entgegenkommen und Ihnen die Rechtfertigung zum gewalttätigen Einschreiten geben. Die alten politischen Strukturen und Modelle würden verfestigt, bzw. noch ungünstiger verschärft. Selbst bei einem Sieg der Aufständischen im Sinne einer Revolution würden doch keine neuen, günstigeren, der Zeit angemessenen sozialen Modelle entstehen, sondern sich nur die Machtstrukturen ändern.
Angenommen es würden Ausschreitungen und lautstarke Proteste gegen die sozialen Missstände völlig unterbleiben und statt dessen die betroffenen Bürger Ihre Kraft dazu verwenden Veranstaltungen und Eingaben mit neuen, schöpferischen Gedanken zur Gestaltung des sozialen Zusammenlebens einbringen, dann wäre die Strategie der Aufrüstung und Polizeigewalt völlig sinnlos, die Polizeikräfte arbeitslos und die politisch Verantwortlichen bloßgestellt und kämen nicht so einfach davon. Sie würden ins Leere laufen und müssten sich wirklich etwas Neues einfallen lassen um Ihrer Verantwortung für die sozialen Bedingungen der Bürger gerecht zu werden.
Ein positives Beispiel zeigt eine Begebenheit im der Geschichte Gandhis. In der Zeit, als Indien noch eine Kolonie Englands war, lebte ein großer Teil der Bevölkerung Indiens vom Weben und Färben, verarmte aber vollständig, da die Einführung des englischen Tuches ihnen die Arbeit nahm. Statt zu Protesten aufzurufen oder mit Gewalt sich die benötigten Nahrungsmittel zu beschaffen, gab er den Rat, dass jeder Inder nur noch indisches Tuch trug. Die englischen Stoffe wurden boykottiert. England versuchte zwar durch Verurteilung Gandhis die Umsetzung dieser Idee zu verhindern, aber es konnte nicht wirklich gelingen, denn wie sollte man Menschen dazu zwingen, statt selbst gewebter Kleidung, englisches Tuch zu tragen, ohne sich als gewalttätiger Unterdrücker vor der Weltöffentlichkeit zu offenbaren. Niemand aus der Kampagne griff in irgend einer Weise die englischen Kolonialherren an oder gaben diesen Anlässe in irgend einer Weise ein gewaltsames Durchgreifen rechtfertigen zu können. Zwar gab es auf dem Weg zur Unabhängigkeit Indiens immer wieder ungerechtfertigte Übergriffe von Seiten Englands, mit harten Verlusten auf Seiten der Bevölkerung, aber gegen die konsequente Einhaltung der gewaltfreien Strategie, war es England unmöglich seine gewalttätigen Methoden auf Dauer moralisch zu rechtfertigen und durchzuhalten.
Das Beispiel zeigt deutlich, dass Gewaltfreiheit kein ängstliches kuschen ist, sondern ein mutiges Einstehen für eine Idee und das Aufzeigen von Ungerechtigkeit, ohne die eigen Interessen dem anderen gewaltsam aufzwingen, mit der Bereitschaft durch die letzten hilflosen gewalttätigen Gesten des Gegners auch Verluste und Schmerzen zu erleiden. Möglich wurde dies aber nur, weil es nicht nur um eine Ablehnung einer bestehenden Situation ging, sondern um ein klare, praktische Zukunftsvision die der Zeit angemessen war.
Auf die Verhältnisse der gegenwärtigen Situation in der westlichen Welt bezogen bedeutet dies, nicht einfach nur gegen Nato sein oder sonstige Einrichtungen und Gegebenheiten der sozialen und politischen Strukturen, sondern es bedarf konkreter Ziele, Gedanken und Vorstellungen, die einer zeitgemäßen Wirklichkeit entsprechen.
Neue schöpferische Gedanken zur sozialen Ordnung
Ein Blick auf die gegenwärtigen politischen Proteste und Auseinandersetzungen zeigt, dass viele Gruppierungen den Schwerpunkt ganz auf den Protest gegen etwas legen: gegen Nato, gegen Harz4, gegen Globalisierung usw., aber nur wenige auch Vorstellungen für etwas haben, ein konkretes Bild von einer günstigeren sozialen Ordnung. Bei den Gruppierungen, die auch konkretere Projekte und Zukunftsvorstellungen entwickeln möchten, liegt oft eine gewisse Hilflosigkeit vor, weil sie bei der Entwicklung Ihrer Vorstellungen doch auf alte, für unsere Zeit untaugliche Modelle zurückgreifen. Je nach Lager mehr kommunistisch, sozialistisch oder kapitalistisch, marktwirtschaftlich oder auch kirchlich karitativ.
Meines Erachtens erfordert aber die menschliche Entwicklung einen Schritt in eine ganz neue soziale Ordnung.
Aus Stammeskulturen und kleineren Königreichen haben sich größere Monarchien und Kaiserreiche gebildet. Die Monarchien wurden durch die Republiken als Staatsform abgelöst, demokratische oder diktatorische. In der gegenwärtigen Zeit sind in Europa und Amerika die demokratischen Staatsformen mit kapitalistischer Ausprägung und den Werten der freien Marktwirtschaft dominant. Vor noch kurzer Zeit spielte der Kommunismus und die soziale Marktwirtschaft eine größere Rolle. Entstanden sind die Begriffe und die damit verbundenen Vorstellungen von Kommunismus und Kapitalismus, freie oder soziale Marktwirtschaft aus der Situation, die sich aus der Industrialisierung ergeben haben. Jeder der aber auf die gegenwärtigen Verhältnisse schaut, wird doch zugeben müssen, dass es die „Arbeit“, mit den vielen an der Produktion von Wirtschaftsgütern Beschäftigten, in dem Masse und der Form wie zur Wirtschaftswunderzeit gar nicht mehr gibt und dass vermutlich auch in den ärmeren Ländern mit noch billigen Arbeitskräften in Zukunft der Mensch durch Computer immer mehr ersetzt wird. Das durch Bismarck in Deutschland eingeführte Kranken- und Sozialversicherungswesen war sicher ein großer Fortschritt, aber doch zugeschnitten auf seine Zeit. Trotzdem wird heute noch immer versucht, die sozialen Probleme mit den Modellen der Vergangenheit zu lösen, obwohl die Arbeit sicher neu definiert werden müsste und die damaligen sozialen Strukturen längst nicht mehr existieren. Die Ideen von Kommunismus, Kapitalismus usw. sind einmal neu entstanden. Warum sollen wir nicht den Mut haben neue Ideen jenseits von Kommunismus und Kapitalismus zu kreieren, auch wenn sie im ersten Moment utopisch erscheinen?
Eine solche zukunftstaugliche, praktische Vorstellung zu einer zeitgemäßen und damit auch zu verwirklichenden Vorstellung ist meines Erachtens die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. Menschen, die nach gründlicher Erwägung und freier Entscheidung sich hinter diesen Gedanken stellen und Ihn konsequent und mit gewaltfreien Methoden vertreten, werden mit Sicherheit ein großes Kraftpotential freisetzen und größere Aussichten haben ihre Lebensqualität zu verbessern, als diejenigen, die sich durch die äußeren Bedingungen zu emotional aufgeladenen Gewaltaktionen provozieren lassen.
Methoden
Es bleibt noch die Frage nach der praktischen Umsetzung, damit ein solcher Gedanke auch in die Verwirklichung kommt. Damit neue Gedanken und Impulse auch die Kraft zur Verwirklichung haben, benötigen sie eine genügende, anziehende Ausstrahlung, eine wirkliche Authentizität. Authentizität und Kraft bekommen sie meiner Erfahrung nach, indem sie immer wieder nach allen Richtungen hin gründlich durchdacht und ganz konkret vorgestellt werden. Dazu gehört auch die Anerkennung, dass der Mensch nicht nur in einer physischen, materiellen Welt lebt, sondern auch in einer seelischen und geistigen Realität. Was bedeutet dies konkret zum Beispiel für die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens?
Stecke ich in wirtschaftlicher Bedrängnis, zum Beispiel als Sozialhilfeempfänger, entsteht der natürliche Wunsch nach einer Verbesserung und der Gedanke des Bedingungslosen Grundeinkommens könnte in mir Begeisterung auslösen: „ Genau, dass ist es, wenn ich einfach so ein Grundeinkommen hätte, das mir meinen Lebensunterhalt garantiert, ohne ständig diese oder jene Auflagen und bürokratischen Prozeduren erfüllen zu müssen, wären meine Probleme gelöst.“ Bliebe ich bei diesem Wusch stehen, so wäre es nur eine unrealistische Sehnsucht. Mehr Kraft würde der Gedanke schon bekommen, wenn ich mir ganz lebendig vorstelle, wie ich mein Leben gestalten werde, wenn ich ein Grundeinkommen hätte und mir auch Gedanken mache, wie die Idee so eingebracht werden kann, dass sie sich auch durchsetzen kann. Andere von der Idee überzeugen, nach dem Motto:“Gemeinsam sind wir stark.“ würde dem ganzen noch mehr Schubkraft geben. Es würde aber doch auf einer Ebene bleiben, die ganz aus einem egoistischen Standpunkt entspringt, wenn es auch mehrere Egoisten sind. Mit Sicherheit würde dies den Widerstand von Menschen hervorrufen, die in einer anderen Situation stehen, denn mit dieser alleinigen egoistischen Position könnte man überspitzt auch auf den Gedanken kommen, ich brauche mehr Geld, überfallen wir eine Bank. Anders sieht es aus, wenn ich auch die seelische Ebene mit einbeziehe. Eine gesunde Seele strebt nach Beziehung, Gemeinschaft und Entwicklung. Vom Standpunkt des Seelischen würde man auch den Mitmenschen sehen und den Gedanken des Bedingungslosen Grundeinkommens so durchdringen und die Vorstellung so gestalten, dass er zu einem Aufbau und Fortschritt für die Mitmenschen wird. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen nach einem Modell aus dieser Motivation durchdacht und gestaltet, würde denjenigen, die wohlhabend sind nichts wegnehmen und auch niemanden hindern zu arbeiten oder nach größerem Wohlstand zu streben, sondern im Gegenteil mehr Freiheit und Kreativität freisetzen. Wie anders wäre die Arbeit, wenn sie nicht aus wirtschaftlichem Zwang, sondern aus dem Wunsch nach Tätigkeit und oder mehr Wohlstand motiviert wäre? Eine Vorstellung, geboren aus einem Menschenbild, dass dem Menschen eine gesunde Seele mit dem Wunsch nach Entwicklung und echter Gemeinschaft zugesteht, mit dem Gedanken, ich möchte für einen seelischen Fortschritt und Aufbau für die Gemeinschaft arbeiten und dazu als ein Baustein für eine Grundsicherung aller eintreten, wird mehr Substanz und Ausstrahlung entwickeln, als ein alleiniges: „Ich will für mich eine Grundsicherung“.
Aus spiritueller Sicht
Spirituelle Lehrer wie zum Beispiel Heinz Grill und Rudolf Steiner betonen in Ihren Werken den Entwicklungsgedanken in der Menschwerdung, dass heißt, sowohl die Menschheit insgesamt, als auch der Einzelne trägt in sich eine Kraft, die ständig nach Wachstum, seelisch-geistiger Vervollkommnung und Freiheit drängt. In der Geisteswissenschaft wird dieser Prozess mit dem werden eines Ich oder auch Individuation benannt. Dies entspricht in etwa dem Begriff des Selbst oder Selbstwerdung im Yoga.
So wie der einzelne Mensch verschiedene Entwicklungsphasen von der Geburt bis zum reifen Menschen durchläuft, macht auch die Menschheit insgesamt Entwicklungsphasen, die mit den aufeinander folgenden Kulturepochen identisch sind, durch. Jede dieser Kulturepochen geht mit der Entwicklung neuer Fähigkeiten und Möglichkeiten einher, mit dem Ziel einer größer werdenden Freiheit und Verantwortung. Ein Kind ist noch abhängig von der Versorgung durch die Eltern und trägt wenig Verantwortung. Im Laufe der Entwicklung erwirbt es immer mehr Fähigkeiten und wächst zum Erwachsenen mit mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiraum. Die Menschheit war im Beginn noch ganz Abhängig von den Göttern oder Ihrem Schöpfer und entwickelt immer mehr eigene Schöpferkräfte, Freiheit und tritt damit immer mehr in eine Eigenverantwortung.
Das Leben zeigt, dass die Entwicklungsphasen eines Menschen durch allerlei Hindernisse wie Erziehungsfehler, Krankheiten und andere Hindernisse gestört sein kann und oder der Erwachsene nicht genügend Eigenaktivität und Verantwortung übernehmen will.
Genauso zeigen die verschiedenen Kulturepochen äußere oder selbst gemachte Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung von mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Ein Zeichen für die gesunde Entwicklung eines Ich im Sinne des Yoga, ist die Fähigkeit sich selbst Ziele zu setzen. Eine empfehlenswerte Lektüre zum Thema spirituelle Zielsetzung, ist die Broschüre: „ Die geistige Bedeutung des Geldes. Die Entwicklung eines spirituellen Zielkonzeptes.“ von Heinz Grill, erschienen im Lammers-Koll-Verlag (www.lammers-koll-verlag.de).
Eine neue Art des Friedens
Ein sorgfältig ausgearbeitetes Konzept zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen, ausgehend von einer Zielsetzung:
a) spirituell: „es soll die Individuation des Menschen gefördert werden“
b) seelisch: ich möchte für einen seelischen Fortschritt und Aufbau für die Gemeinschaft arbeiten und dazu als ein Baustein für eine Grundsicherung aller eintreten“
c)materiell: „ich möchte meine Existenz durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen sichern, damit ich in Freiheit entscheiden kann, was ich als Arbeit für mich und meinen Luxus oder für das Gemeinwesen leisten will.“
Auf legale und gewaltlose Weise erkämpft, wäre meines Erachtens eine echte Alternative zu Protesten und ein Beitrag zu einer neuen Art des Friedens.
Gerhard Himmel
Sonntag, 26. April 2009
Dienstag, 21. April 2009
Burnout-Syndrom - Heilung durch Bewusstseinsschulung?
Burnout-Syndrom - Heilung durch Bewusstseinsschulung?
von Gerhard Himmel
Der Patient, männlich, 49 Jahre, mittelgroß, von asthenischer Körpergestalt, kam im April 1999 in meine Praxis. Er klagte über massive Schlafprobleme und Ängste. Seit zirka dreieinhalb Jahren finde er keinen erholsamen Schlaf mehr. Zwar könne er schlafen, fühle sich aber niemals erholt und ausgeruht. Ständig sei er erschöpft und leide außerdem an massiven depressiven Ängsten, die so weit gingen, dass er sich nicht einmal traue einkaufen zu gehen. Seine Tochter erledige das oft für ihn. Die Tochter habe ihm auch schon öfter angeboten, mit ihm in den Urlaub zu fahren, aber obwohl er sich sehr danach sehne zu reisen, traue er sich nicht – aus Angst, dem nicht gewachsen zu sein. Er führt seine Problematik zurück auf einen Nervenzusammenbruch vor vier Jahren und bezeichnet es als "Burnout-Syndrom". Er hatte eine gut gehende Arztpraxis, wo er bis spät abends mit vollem Energieeinsatz arbeitete, auch teilweise nachts. Er habe sich nie richtig eine Ruhepause gegönnt und auch die Familie vernachlässigt. Seine Frau habe sich daraufhin von ihm scheiden lassen. In dieser Zeit ist es dann zu einem Nervenzusammenbruch gekommen mit Einweisung in eine psychosomatische Klinik. Seither ist es ihm nicht mehr möglich gewesen zu arbeiten, und er musste die Praxis aufgeben. Inzwischen habe er schon alles Mögliche versucht, seine Ängste, Erschöpfung und Schlafprobleme in den Griff zu bekommen. Nach vergeblichen Bemühungen der Schulmedizin habe er auch einen klassischen Homöopathen konsultiert, leider ohne Erfolg. Auch habe er seine Wohnung auf geopathische Störungen, auf Elektrosmog untersuchen lassen und saniert. Auch autogenes Training habe nicht angeschlagen. Er komme auf Empfehlung, in der Hoffnung wenigstens wieder einen erholsamen Schlaf finden zu können. Dieser Fall stellte mich zunächst vor ein großes Problem, da ich bisher selbst hauptsächlich klassisch homöopathisch gearbeitet hatte und weder Fehler in der Vorgehensweise des vorher konsultierten Homöopathen erkennen noch eine Idee für ein anderes Homöopathikum entwickeln konnte. Durch die Auseinandersetzung mit Yoga und aus eigener Erfahrung wusste ich, dass die Qualität des Schlafes stark von der Wachheit des Tagesbewusstseins und vor allem auch von dem Inhalt des Tagesbewusstseins abhängig ist. Meine Überlegung ging dahin, Anregungen zu einer Auseinandersetzung mit Gedankeninhalten zu vermitteln, die aus einer zeitgemäßen spirituellen Quelle stammen (unter zeitgemäßer spiritueller Quelle verstehe ich z.B.: Originalliteratur von Rudolf Steiner, Heinz Grill, Sri Aurobindo und Edward Bach). Diese Anregungen mussten auf die Schwäche im Nervensystem mit den damit verbundenen Konzentrationsstörungen des Patienten abgestimmt sein, damit einerseits eine Anforderung an das Bewusstsein zu einer Stärkung und Erweiterung desselben führt, andererseits keine Überforderung zu Frustration und noch mehr Schwäche beiträgt. Dem Patienten schlug ich daher vor, zunächst für zwei Monate zweimal wöchentlich zu Übungen der freien Atemschulung in die Praxis zu kommen. Die Übungseinheiten dauerten etwa eine halbe Stunde und setzen sich zusammen aus einfachen Körperübungen des Yoga mit einer Entspannungslage am Ende, während der das Empfinden in ruhiger Betrachtung auf bestimmte Atemzentren gelenkt wird, verbunden mit passenden Gedankeninhalten. Z.B. wird der Übende angehalten, das Empfinden aufmerksam auf die Herzregion zu lenken und gleichzeitig den Gedanken zu denken: "Dies ist der Ort der Innerlichkeit." (Die Anregungen zu dieser Übungsweise stammen aus den Werken von Heinz Grill.) Parallel dazu verordnete ich Acidum phosphoricum in der 6. Potenz zur Unterstützung. In die sechste Übungsstunde kam der Patient voll Freude und berichtete, dass er die beiden letzten Tage mit dem Gefühl aufgewacht sei, endlich mal wieder richtig geschlafen zu haben. Er wollte wissen, woher die Übungen zur Atemschulung stammen und ob es Literatur zum Atem und den Zusammenhängen mit den Übungen gebe. Ich empfahl daraufhin "Harmonie im Atmen" von Heinz Grill. Nach insgesamt zehn Übungseinheiten verabschiedete sich der Patient, da er die Übungen nun zu hause weiterführen könne. Das Buch finde er sehr interessant, und er habe das Gefühl, nach der Lektüre gestärkt zu sein und insgesamt besser mit seinen Ängsten umgehen zu können. Bei einem zufälligen Treffen etwa anderthalb Jahre später erzählte er mir, dass er wieder arbeite, allerdings in einem Angestelltenverhältnis. Der Schlaf und die psychische Stabilität seien wesentlich besser und das Thema Atem nach wie vor spannend für ihn. Der heilende Einfluss in dieser Krankengeschichte und in denen, die ich später im Zusammenhang mit der freien Atemschulung noch beobachten konnte, kommt meines Erachtens weniger aus den Übungen selbst als vielmehr aus der Eigenaktivität, dem Interesse und der Beziehung, die der Übende zur Sache aufbaut. Zwar haben die Übungen selbst einen förderlichen Einfluss auf die Gesundheit, doch einen dauerhaften Erfolg konnte ich bisher nur bei Patienten beobachten, bei denen ein Interesse geweckt wurde, das unabhängig von den eigenen Beschwerden zu einer neuen, individuellen Bewusstseinsausrichtung führt. Literatur: - "Harmonie im Atmen" Heinz Grill, Hugendubel Verlag, ISBN 3-88034-686-0. - "Die geistige Bedeutung des Schlafes" Heinz Grill, Lammers-Koll-Verlag, "Makrokosmos und Mikrokosmos" Rudolf Steiner, Rudolf Steiner Verlag,
© Gerhard Himmel www.kosmosoph.de
von Gerhard Himmel
Der Patient, männlich, 49 Jahre, mittelgroß, von asthenischer Körpergestalt, kam im April 1999 in meine Praxis. Er klagte über massive Schlafprobleme und Ängste. Seit zirka dreieinhalb Jahren finde er keinen erholsamen Schlaf mehr. Zwar könne er schlafen, fühle sich aber niemals erholt und ausgeruht. Ständig sei er erschöpft und leide außerdem an massiven depressiven Ängsten, die so weit gingen, dass er sich nicht einmal traue einkaufen zu gehen. Seine Tochter erledige das oft für ihn. Die Tochter habe ihm auch schon öfter angeboten, mit ihm in den Urlaub zu fahren, aber obwohl er sich sehr danach sehne zu reisen, traue er sich nicht – aus Angst, dem nicht gewachsen zu sein. Er führt seine Problematik zurück auf einen Nervenzusammenbruch vor vier Jahren und bezeichnet es als "Burnout-Syndrom". Er hatte eine gut gehende Arztpraxis, wo er bis spät abends mit vollem Energieeinsatz arbeitete, auch teilweise nachts. Er habe sich nie richtig eine Ruhepause gegönnt und auch die Familie vernachlässigt. Seine Frau habe sich daraufhin von ihm scheiden lassen. In dieser Zeit ist es dann zu einem Nervenzusammenbruch gekommen mit Einweisung in eine psychosomatische Klinik. Seither ist es ihm nicht mehr möglich gewesen zu arbeiten, und er musste die Praxis aufgeben. Inzwischen habe er schon alles Mögliche versucht, seine Ängste, Erschöpfung und Schlafprobleme in den Griff zu bekommen. Nach vergeblichen Bemühungen der Schulmedizin habe er auch einen klassischen Homöopathen konsultiert, leider ohne Erfolg. Auch habe er seine Wohnung auf geopathische Störungen, auf Elektrosmog untersuchen lassen und saniert. Auch autogenes Training habe nicht angeschlagen. Er komme auf Empfehlung, in der Hoffnung wenigstens wieder einen erholsamen Schlaf finden zu können. Dieser Fall stellte mich zunächst vor ein großes Problem, da ich bisher selbst hauptsächlich klassisch homöopathisch gearbeitet hatte und weder Fehler in der Vorgehensweise des vorher konsultierten Homöopathen erkennen noch eine Idee für ein anderes Homöopathikum entwickeln konnte. Durch die Auseinandersetzung mit Yoga und aus eigener Erfahrung wusste ich, dass die Qualität des Schlafes stark von der Wachheit des Tagesbewusstseins und vor allem auch von dem Inhalt des Tagesbewusstseins abhängig ist. Meine Überlegung ging dahin, Anregungen zu einer Auseinandersetzung mit Gedankeninhalten zu vermitteln, die aus einer zeitgemäßen spirituellen Quelle stammen (unter zeitgemäßer spiritueller Quelle verstehe ich z.B.: Originalliteratur von Rudolf Steiner, Heinz Grill, Sri Aurobindo und Edward Bach). Diese Anregungen mussten auf die Schwäche im Nervensystem mit den damit verbundenen Konzentrationsstörungen des Patienten abgestimmt sein, damit einerseits eine Anforderung an das Bewusstsein zu einer Stärkung und Erweiterung desselben führt, andererseits keine Überforderung zu Frustration und noch mehr Schwäche beiträgt. Dem Patienten schlug ich daher vor, zunächst für zwei Monate zweimal wöchentlich zu Übungen der freien Atemschulung in die Praxis zu kommen. Die Übungseinheiten dauerten etwa eine halbe Stunde und setzen sich zusammen aus einfachen Körperübungen des Yoga mit einer Entspannungslage am Ende, während der das Empfinden in ruhiger Betrachtung auf bestimmte Atemzentren gelenkt wird, verbunden mit passenden Gedankeninhalten. Z.B. wird der Übende angehalten, das Empfinden aufmerksam auf die Herzregion zu lenken und gleichzeitig den Gedanken zu denken: "Dies ist der Ort der Innerlichkeit." (Die Anregungen zu dieser Übungsweise stammen aus den Werken von Heinz Grill.) Parallel dazu verordnete ich Acidum phosphoricum in der 6. Potenz zur Unterstützung. In die sechste Übungsstunde kam der Patient voll Freude und berichtete, dass er die beiden letzten Tage mit dem Gefühl aufgewacht sei, endlich mal wieder richtig geschlafen zu haben. Er wollte wissen, woher die Übungen zur Atemschulung stammen und ob es Literatur zum Atem und den Zusammenhängen mit den Übungen gebe. Ich empfahl daraufhin "Harmonie im Atmen" von Heinz Grill. Nach insgesamt zehn Übungseinheiten verabschiedete sich der Patient, da er die Übungen nun zu hause weiterführen könne. Das Buch finde er sehr interessant, und er habe das Gefühl, nach der Lektüre gestärkt zu sein und insgesamt besser mit seinen Ängsten umgehen zu können. Bei einem zufälligen Treffen etwa anderthalb Jahre später erzählte er mir, dass er wieder arbeite, allerdings in einem Angestelltenverhältnis. Der Schlaf und die psychische Stabilität seien wesentlich besser und das Thema Atem nach wie vor spannend für ihn. Der heilende Einfluss in dieser Krankengeschichte und in denen, die ich später im Zusammenhang mit der freien Atemschulung noch beobachten konnte, kommt meines Erachtens weniger aus den Übungen selbst als vielmehr aus der Eigenaktivität, dem Interesse und der Beziehung, die der Übende zur Sache aufbaut. Zwar haben die Übungen selbst einen förderlichen Einfluss auf die Gesundheit, doch einen dauerhaften Erfolg konnte ich bisher nur bei Patienten beobachten, bei denen ein Interesse geweckt wurde, das unabhängig von den eigenen Beschwerden zu einer neuen, individuellen Bewusstseinsausrichtung führt. Literatur: - "Harmonie im Atmen" Heinz Grill, Hugendubel Verlag, ISBN 3-88034-686-0. - "Die geistige Bedeutung des Schlafes" Heinz Grill, Lammers-Koll-Verlag, "Makrokosmos und Mikrokosmos" Rudolf Steiner, Rudolf Steiner Verlag,
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Dienstag, 7. April 2009
Dienstag, 17. März 2009
Astromedizin /Pluto und Hades



Pluto und Hades als Indikatoren für Zeitgeist
und Ihre Wirkung auf die Gesundheit
Die Astromedizin ist ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Medizin und der berühmte Arzt und Eingeweihte Paracelsus forderte von einem guten Arzt, er müsse auch ein guter Astrologe sein. Paracelsus sah einen großen Teil der Erkrankungen im sogenannten Astralkörper des Menschen begründet. Auch der zur Zeit lebende spiritueller Lehrer Heinz Grill und Begründer eines Neuen Yoga Willens sieht eine Unordnung und ungünstige Ausrichtung im Astralleib des Menschen als Ursache eines Krankheit auslösenden Konfliktes.
Interessant ist es einmal ausgehend von diesem Gedanken, die zur Zeit wichtigen Konstellationen anzusehen, die einen Einfluss auf Zeitgeist, Geschichte und vor allem auf die allgemeine Gesundheitskonstitution des Menschen haben.
Der Planet Pluto läuft seit 1994 durch das Zeichen Schütze und befindet sich gerade am Eintritt in das Zeichen Steinbock. Von den Astrologen wird er im allgemeinen und einfachem Sinne als Planet der Wandlung, Entwicklung, Vorstellungskraft, aber auch als Planet der Macht, Manipulation, Massensuggestion und der gebundenen, subjektiven Vorstellungen und Bindung an emotionale und subjektive Ideale beschrieben. Das Zeichen Schütze wird von Alters her mit Weltanschauung, Religion und Philosophie in Zusammenhang gebracht. Eine einfache Deutung von Pluto in Schütze lautet: Wandlung und Entwicklung religiöser, philosophischer und weltanschaulicher Vorstellungen und Ideale oder im negativen: Bindung und Festhalten an alten, subjektiven, emotionalen Vorstellungen und Idealen religiöser, weltanschaulicher und philosophischer Natur im Sinne von Machtausübung, Manipulation und Massensuggestion, einfach ausgedrückt „Fundamentalismus“. Bemerkenswert ist auch die Interpretation von Hermann Lehfeld, einem Astrologen der Hamburger Schule: Pluto in Schütze „In der unmittelbaren Umgebung wird fortgesetzt Anpassung verlangt hinsichtlich der Beziehung zum Mitmenschen. Nach der Hamburger Schule bedeutet das Zeichen Schütze auch Kommunikation und die Mittel zur Kommunikation, sowie der Einfluss der Allgemeinheit auf die privaten Kommunikationsformen. Der Planet Pluto hat in diesem Bereich in den letzten Jahren in der Tat eine rasante Entwicklung gebracht, wenn wir an die Kommunikation mittels Handy, Computer usw. denken und den Einfluss dieser Medien auf die private Sphäre auch im Sinne von Manipulation, Suggestion und Überwachung.
Was aber hat dies alles mit der allgemeinen Gesundheit zu tun?
Im ganz einfachen äußeren Sinne ist die Belastung des Nervensystems durch die Strahlungen der modernen Kommunikationsmittel eine allgemein bekannte Tatsache und das Manipulation und Fundamentalismus auf religiösem und Weltanschaulichem Gebiet nicht gerade förderlich für die seelische Gesundheit sind, dürfte wohl niemand in Frage stellen.
Wir können aber noch etwas genauer in das Thema eindringen.
Im Gegenüberliegenden Zeichen des Schützen, dem Zwilling, hält sich seit geraumer Zeit der Hades auf. astrologisch ausgedrückt können wir von einer Opposition von Pluto und Hades sprechen. Die Opposition ist ein starker Spannungsaspekt und wir können bildlich von einem Streit oder Spannung von Hades und Pluto sprechen. Der Hades ist ein kosmischer Wirkpunkt, der von Hamburger Schule ( astrologische Richtung, gegründet von Alfred Witte 2.3.1878-2.81941) entdeckt wurde und zu den sogenannten Witteschen Transneptunplaneten gehört. Hades wird als Armut, Niedrigkeit, Die abbauenden Kräfte der Vergangenheit, Abfall, Schmutz, Zögern, Verspätungen, Krankheit interpretiert. Einfach ausgedrückt würde Hades / Pluto bedeuten: Verzögerte/Entwicklung, Krankheits-/Entwicklung, Niedrige /Entwicklung usw. In den Zwillingen wird Hades gedeutet als Niedergang der Sitten, Verrat und Treulosigkeit in der Politik. Schlechte Zeit für die Pflege kultureller Werte.
Beide Planeten bewegen sich recht langsam am Himmel und laufen zudem häufig wieder zurück, daher bleiben die Aspekte von Pluto und Hades über Jahre hinweg wirksam. Dabei schwankt die Zeit der Stärke des Wirkungsgrades der Opposition, je nachdem, ob sie sich exakt gegenüberstehen, oder einige Grade von der genauen Opposition abweichen.
Die konkreten, körperlichen und seelischen Krankheitserscheinungen können sehr vielfältig sein. Sie hängen ab 1. von der Beziehung des persönlichen Geburtshoroskops mit dem laufenden Horoskop und 2. von der Kraft des Individuums, sich der Störungen der abbauenden Kräfte des Zeitgeistes zu erwehren.
Da die Aufzählung aller möglichen konkreten Krankheitsäußerungen den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, soll hier nur einmal auf einige grundlegende Gedanken hingewiesen werden.
Hades bedeutet Schwächung von Organen, Organsystemen oder Schwächung von Seelenkräften (Denken, Fühlen, Wollen), Pluto die Kompensation, das heißt ein Übermaß an Spannung in Organen, Organsystemen oder Seelenkräften. Zum Beispiel kann eine Schwäche (Hades) im Herz- Krieslaufsystem lange Zeit durch Blutdruckerhöhung (Pluto, erhöhte Spannung im Herzen) kompensiert werden; Verlustängste (Schwächung) durch erhöhte Bindung ( Kompensation, die sich durch Eifersucht, Manipulation, Macht und dergleichen äußern kann); Depression durch Konsum und oder Überaktivität. Im allgemeinen Weltgeschehen finden wir zur Zeit die Beispiele: Schwächung der persönlichen Kommunikationsfähigkeit wird kompensiert mit Massenproduktion von technischen Kommunikationsgeräten, Schwächung und Zerfall von kulturellen und religiösen Werten wird kompensiert durch fundamentalistisches Festhalten und Bindung an vergangenen, veräußerlichten Idealen bis hin zu gegenseitigen gewaltsamer Zerstörung.
In einem am 2.6. 2006 gehaltenen Vortrag vor Schülern sprach der spirituelle Lehrer Heinz Grill von Wirkungsdimensionen im Kosmos, die den Menschen peinigen wollen und die größten Herausforderungen an sein Willensleben stellen, die er mit dem Prinzip von Hades und Pluto benannte. Er schilderte dieses Prinzip von Hades Pluto wie einen Streit zwischen Hades und Pluto als einen Streit zwischen dem asurischen und ahrimanischen Prinzipien, die auf der einen Seite sich bekämpfen müssen, weil sie unterschiedliche Hierachieebenen darstellen, sich auf der anderen Seite aber immer wieder versöhnen, da sie den geistigen Aufstieg des Menschen nicht wünschen und so gemeinsam zerstörend,aushöhlend und unterwandernd gegen den gemeinsamen Feind, die Individualität des Menschen, sich richten. Dabei zerstören Sie vor allem den Willen und Heinz Grill bezeichnete die eigentliche Krankheit die von diesen Prinzipien ausgeht als Zerstörung des Willens, damit der Einzelne leichter steuerbar und bis in die Tiefe des Individuums zerstörbar wird. Der Mensch wird nicht nur psychisch immer schwächer und kann sich nicht mehr für das geistige orientieren. Er kann sich nur noch für die Welt und Abhängigkeiten orientieren.
Eine sinnvolle Vorbeugung oder Therapie wird in logischer Konsequenz besonders auf die Stärkung und Ordnung der Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Wollens achten. In diesem Zusammenhang möchte hier auf die Möglichkeit einer zeitgemäßen Yoga Übungsweise aufmerksam machen und vor allem auf die sehr interessante Broschüre: „Die goldene Lichtgestalt im Kosmos“ von Heinz Grill, erschienen im Lammers-Koll-Verlag (www.lammers-koll-verlag.de). Die Broschüre enthält 3 Vorträge über die kosmische Zeitsituation und interessante Aspekte zu einer neuen Kraft im Kosmos und Möglichkeiten zu einer hoffnungsvolleren Lebensgestaltung.
Autor: Gerhard Himmel, Astrologe, Yogalehrer und Heilpraktiker
Kontakt:http:www.kosmosoph.de astro@kosmosoph.de
© Gerhard Himmel
Das Geheimnis des Schlafes
Schlaf
Währen der Auseinandersetzung mit dem Thema Schlaf begegnete mir ein Buch über die Ägyptischen Mysterien in dem unter anderem geschildert wird, wie das Erleben vom Sonnenlauf die Grundlage des Ägyptischen Weltbildes bildet, das mich inspiriert hat und mir als Einleitung zum Thema geeignet scheint.
Die Ägypter fühlten sich in Ihrem Wesen und Leben ganz mit dem Erleben des täglichen Sonnenlaufes verbunden. Sie erlebten den Sonnenaufgang am Morgen, die strahlende Kraft der Sonne am Mittag, das verblassen der Sonne am Abend und das erlöschen des Lichtes in der Nacht noch ganz als lebendige Dramatik, die eng mit ihrem ganzen Alltags- und Seelenleben verknüpft war. Wie die Sonne auf ihrer Reise vom Aufgang zum Untergang alterte und erschöpfte, um am nächsten Morgen erholt und erneuert ihre Reise neu zu beginnen, erlebte der Ägypter, wie er im Tageslauf ermüdete und alterte, um am nächsten morgen seinen Tag neu geboren und belebt wieder zu beginnen. Sie entwickelten lebendige Bilder von der weiten Fahrt des Sonnengottes über den Himmel und stellten es sich gern als Schiffsreise vor, die der Sonnengott in der Tagesbarke zurücklegt. Für den Nachtweg stand eine Nachtbarke zur Verfügung, mit der er den Weg durch die Unterwelt, zu der auch die Toten gehörten, zurücklegte. Die am meisten verbreitetste bildliche Darstellung für den Nachtweg ist die einer Himmelsgöttin, durch deren Leib die Reise geht. Am Abend taucht die Barke in ihn ein und durchquert das von vielen Wesen bevölkerte und ganz vom Lebenswasser (Nun) erfüllte Innere. Verschiedene Aufenthaltsorte werden auf dieser Reise durchquert. Die Toten sind dort zu finden und Götter die mit dem Sonnengott sprechen, ihn loben und preisen wenn er vorüber fährt, aber auch Gegner des geordneten Lebens, die die Fahrt des Sonnenschiffes hindern wollen. Am Morgen wird wird das Sonnenschiff von seiner Zugmannschaft nach oben gezogen. Als Wunder auf diesem Weg des Sonnengottes galt den Ägyptern vor allem die lebenserneuernde Kraft der Nachtfahrt, erlebten sie doch selbst die Erschöpfung während des Tages und die Erfrischung nach der nächtlichen Finsternis.
Trotz der intensiven wissenschaftlichen Forschung birgt der Schlaf noch viele ungelöste Rätsel. Eine einfache, aufmerksame Betrachtung des Phänomens Schlaf stellt uns sogleich vor einige zentrale Fragen:
Wie kommt es, dass unsere, während des Wachens verbrauchten Kräfte nach einem gesunden Schlaf wie durch ein Wunder wieder hergestellt sind und wir frisch und gestärkt erwachen? Diese Frage lässt sich nicht einfach durch das Argument beantworten, dass wir ja durch das Untätig sein und Ruhig stellen unserer Gliedmaßen und Gedankentätigkeit ausgeruht und erholt sind, denn die Beobachtung zeigt recht deutlich, dass Ausruhen und Entspannen zwar eine gewisse Erholung bewirken kann, aber den Schlaf nicht wirklich ersetzen kann. Länger dauernder Schlafentzug führt auf die Dauer immer zu erheblichen Schwächung des Nervensystems und weiteren organischen und psychischen Erkrankungen bis hin zu ernsten Psychosen, selbst wenn der betreffende Mensch genügend lange Phasen des Untätig seins einlegen kann. Auch die Erfahrung, dass ein Tag mit Müßiggang und Ruhe nicht unbedingt zu mehr Wachheit und Kraft, sondern im Gegenteil auch zu mehr Abgeschlagenheit und Müdigkeit führen kann setzt das Argument außer Kraft, dass die Regeneration des Schlafes allein durch die Erholung der Glieder und Nerven bewirkt wird. Hinzu kommt, dass wir Tage kennen, wo wir trotz tiefen und festem Schlaf wie gerädert, müde und abgespannt erwachen. Dies zeigt uns, dass die Qualität des Schlafes und seine Kräfte erneuernde Wirkung noch andere, verborgene Gründe hat.
Eine weitere Frage die sich stellt lautet: Was geschieht während des Schlafes mit unserem Bewusstsein? Mit unserer Seele? Wo hält sich die Seele oder das Bewusstsein während des Schlafes auf?
Ein offensichtliches Kennzeichen des Schlafes besteht ja in der Abwesenheit des Bewusstseins. Im Tiefschlaf können wir nichts mehr wahrnehmen, wir versinken in vollständige Bewusstlosigkeit. Oder während der Traumperioden ist unser Bewusstsein gegenüber des Wachzustandes stark verändert, lebt ganz in Bildern und Erlebnissen, die sich der Kontrolle unseres wach bewussten Verstandes entziehen.
Die entstandenen Fragen im Gedächtnis behaltend, wenden wir uns nun der Betrachtung einiger Erklärungen über die Geschehnisse während des Schlafes aus unterschiedlichen Standpunkten zu.
Die Schulmedizin und Wissenschaft versucht das Rätsel Schlaf durch Messung von Hirnströmen und Beobachtung von Stoffwechselprozessen zu klären. Sie hat herausgefunden, dass bei den verschiedenen Bewusstseinszuständen Gehirnwellen mit unterschiedlichen Wellenlängen messbar sind. Beim einschlafen treten niederfrequente (langsame -sogenannte) Wellen auf, die bis zum Tiefschlaf in noch langsamere Wellen ( Wellen) übergehen. Während des Schlafes durchläuft der Mensch die verschiedenen Schlafphasen 4- 5mal, wobei in der als REM-Phase bezeichneten Periode immer schnelle Augenbewegungen zu beobachten sind ( REM = rapid eye movements). Diese Phase kennen wir als sogenannte Traumphase, in der gehäuft Träume auftreten. Die anderen Schlafphasen werden wissenschaftlich als Nicht-REM Phasen bezeichnet - in der Umgangssprache bezeichnet es die Tiefschlafphase. Diese Untersuchungsergebnisse sind recht interessant, sagen jedoch nur aus, dass sich das Gehirn während des Schlafes in einem anderen Tätigkeitszusammenhang befindet, der messbar ist, aber nicht wirklich beantworten kann, welche Erlebnisse das Bewusstsein im Schlaf hat und wie der Zusammenhang mit der Krafterneuerung gegeben ist.
In der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners wird der Träger des Bewusstsein als eigenständiges Wesensglied des Menschen beschrieben und als Astralleib benannt. Für eine hellsichtige Betrachtung im Sinne der Geisteswissenschaft stellt sich das Geschehen im Schlaf so dar, dass der Astralleib und das Ich des Menschen sich vom physischen und Ätherleib trennen und in den kosmischen Umraum erweitern. Zum besseren Verständnis ist es hilfreich, diesen Vorgang vom Standpunkt einer geisteswissenschaftlichen Betrachtung etwas ausführlicher zu betrachten. Der Mensch wird als viergliedriges Wesen beschrieben, bestehend aus Physischen Leib, Äther- oder Lebensleib, Astralleib und Ich. Diese Viergliedrigkeit ergibt sich aus der vergleichenden Betrachtung mit den Naturreichen. Mit dem Physischen Leib hat der Mensch Anteil am Mineralreich. Alles feste, mineralische besteht aus einem Physischem Leib. Ein Kristall ebenso, wie diejenige Anteile des Menschen, die als seine festen, mineralischen Bestandteile wahrnehmbar sind. Für das nächste Naturreich, die belebte Pflanzenwelt, kommt ein Wesensglied hinzu, der Lebensleib bzw. Ätherleib. Es ist dasjenige Wesensglied, dass die Lebendigkeit verleiht. Trennt sich der Ätherleib vom Physischen Leib, so tritt der Tod ein. Für alle Lebewesen bedeutet dies, es bleibt der Physische Leib zurück, der dann ganz den Kräften der mineralischen Welt anheim fällt. Ebenso wie die Pflanze haben auch die Tiere und der Mensch einen Ätherleib. Im Tierreich treten nun ein weitere Wesensmerkmale hinzu, das Empfinden von Hunger, Durst, Schmerz usw.,ebenso wie die Möglichkeit der Bewegung von einem Ort zu einem anderen und das Triebleben. Der Träger dieser Merkmale wird in der Geisteswissenschaft Astralleib genannt, als Ausdruck für die Verwandtschaft mit der Sternenwelt. Diese Verwandtschaft kommt auch in dem Begriff Tierkreiszeichen oder -Bilder zum Ausdruck. Auch an dieser Welt hat der Mensch durch seinen Astralleib Anteil. Trennt sich der Astralleib vom Äther- und physischen Leib, so tritt der Schlaf ein. Träume sind Ausdruck dafür, dass der Astralleib noch eine lockere Verbindung zum Ätherleib hat. Pflanzen könnte man in diesem Sinne auch als schlafende Wesen bezeichnen. Das vierte Wesensglied als Ausdruck des typisch menschlichen ist das Ich. Dieses Ich hat der Mensch für sich allein und es befähigt ihn zu denken und bewusst Anteil an einer rein geistigen oder göttlichen Welt zu haben. Nach Geisteswissenschaftlicher Schilderung treten Astralleib und Ich beim Einschlafen aus dem physischen und Ätherleib aus, um sich in den Kosmos auszudehnen. Das Bewusstsein hat auch in dieser astralen Welt Erlebnisse, die dem Schlafenden Menschen nicht bewusst werden, da die Verbindung zum physischen Träger des Bewusstseins unterbrochen ist. In der Traumphase besteht noch eine schwache Verbindung zum Ätherleib, wodurch die Erlebnisse der Traumbilder möglich wird. Aus der kosmischen Welt in der sich das Bewusstsein während des Schlafes aufhält, erfließen dem Menschen die Kräfte, die ihn am nächsten Morgen gestärkt erwachen lassen.
Der spirituelle Lehrer und Begründer eines neuen Yoga, Heinz Grill, vergleicht den Rhythmus von Wachen und Schlafen mit dem Rhythmus von ein- und ausatmen. Das Erwachen wird mit der Einatmung des Bewusstseins, das Einschlafen mit der Ausatmung des Bewusstseins beschrieben.
Für die Lebenspraxis des Menschen hat der gesunden Schlaf eine grundlegende Bedeutung für die körperliche, seelische und geistige Gesundheit und Entwicklung. Länger anhaltende Schlaflosigkeit oder eine drastische Verminderung der Schlafqualität führen zu erheblichen Störungen, angefangen von allgemeiner Nervosität, Konzentrations- und Lernstörungen, bis hin zu schweren Psychosen und Organstörungen. Die Ursachen und Erscheinungsformen der verminderten Schlafqualität sind recht vielfältig. Neben den allgemein bekannten Einschlaf- und Duschschlafstörungen oder generelle Schlaflosigkeit tritt in den letzten Jahren immer häufiger das Phänomen auf, dass Menschen gemessen an der Dauer und Tiefe des Schlafes gut Schlafen, aber trotzdem nicht erholt aufwachen, sondern sich ausgelaugt, zerschlagen und müde fühlen, von Ängsten, Depressionen und Kraftlosigkeit geplagt werden. Dieses Phänomen wird meist im Zusammenhang mit Depressionen oder dem Burnout Syndrom (auch chronisches Müdigkeitssyndrom genannt) beobachtet. Aber auch gesunde Menschen erleben hin und wieder Nächte, die nicht zu der erhofften Regeneration führen. Ein aufmerksamer Beobachter wird schnell feststellen können, dass die Qualität des Schlafes eng mit der Qualität des vorangegangenen Tages zusammenhängt. Ein Tag mit anstrengender körperlicher Tätigkeit, mit einer lebendig interessierten und konzentrierten gedanklichen Auseinandersetzung oder ein Tag mit viel körperlicher Bewegung wird in der Regel zu einem erholsamen Schlaf führen. Dagegen werden Tage mit viel Müßiggang, mit einer langweiligen, routinemäßigen Tätigkeit, ein mit Sorgen belasteter Tag, oder ein Tag mit vielen passiv aufgenommen Sinnesreizungen ( Konsum, Massenmedien usw.) eine Störung oder Verminderung der Schlafqualität bewirken. Umgekehrt wird das aktive Teilnehmen am Alltagsgeschehen und das Wohlbefinden durch eine erholsame Nacht sehr gefördert, während eine Nacht mit gestörtem Schlaf die sinnvolle Tagesgestaltung und wache Konzentration sehr erschwert. Diese Zusammenhänge können zu einem Teufelskreis erwachsen, indem der Betroffene durch den gestörten Schlaf nicht in den Tag findet, wodurch wiederum die Schlafqualität leidet usw. Ausgehend von diesen Gedanken können wir sagen, dass die sinnvolle Gestaltung des Tages wohl zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört um den gesunden Schlaf zu fördern. Körperliche Bewegung und die wache und konzentrierte gedankliche Hinwendung an ein selbst gewähltes Thema sind hier besonders zu empfehlen. Sportliche Betätigung bietet für viele Menschen die vorwiegend einer Arbeit mit wenig Bewegung nachgehen einen sinnvollen Ausgleich. Sehr förderlich sind zum Beispiel Wanderungen die eine sinnvoll gemessene Anforderung an die körperliche Leistung stellen und außerdem der ruhigen und wachen Betrachtung der Natur und einer aktiven Gedankenbildung Raum geben. Ein bewusstes Verweilen und Betrachten einer Blume mit einer gezielten Gedankenausrichtung (z.B.: was sind Weisheitskräfte, oder was unterscheidet eine Blume vom Menschen, welche Empfindungsqualitäten leben in dieser Pflanze usw.) hat eine starke ordnende Wirkung auf das Nervensystem und fördert die regenerierende Kraft des Schlafes. Auch die Auseinandersetzung mit den Übungen des Yoga haben sich als besonders heilsam erwiesen. Die Körperübungen gleichen zum einen Bewegungsmangel aus, kräftigen die körperliche und seelische Spannkraft. Allgemein bekannt sind auch die ausgleichenden Wirkungen auf den Stoffwechsel, das Drüsen- und Nervensystem. Darüber hinaus fördern sie bei einer mit Aufmerksamkeit und Interesse ausgeführten Übungsweise zu einer größeren Erlebnissfähigkeit und wachen Anteilnahme am Leben.
Eine mentale Übung aus dem Yoga, die sich besonders zur Ausführung am Abend eignet und besonders bei Schlafstörungen heilsam wirkt soll hier näher beschrieben werden.
Die Übung wird „Tagesrückschau“ genannt und wurde bereits von Rudolf Steiner in ähnlicher Form beschrieben: Der Übende setzt sich aufrecht hin und achtet zunächst einmal auf eine gerade Rückenhaltung. Am günstigsten ist dabei der Schneidesitz oder auch der Lotussitz. Die Übung kann auch im Sitzen auf dem Stuhl ausgeführt werden. Dabei sollte der Rücken möglichst aufgerichtet sein. Diese Aufrichtung des Rückens ist wichtig, da sie dem Bewusstsein eine größere Wachheit verleiht. Zu Beginn bringt sich der Übende dann die eigene Körperhaltung zu Bewusstsein, indem er die einzelnen Körperabschnitte, beginnend bei den Füßen und Beinen, dann vom unteren Rücken aufsteigend zu den Schultern, Nacken und Kopf erspürt. Diese Vorbereitung ist recht günstig, denn sie bringt eine erste Ordnung und eine größere Ruhe in die Gedanken. Die eigentliche Übung besteht dann darin, dass das Tagesgeschehen rückwärts, beginnend am Abend, zurück zum Morgen in umgekehrter Reihenfolge noch einmal in das Bewusstsein gehoben wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Geschehen frei von eigenen Emotionen und Werturteilen betrachtet wird, so als würde ein Fremder von außen die Situation anschauen. Mann kann dabei ganz einfach bei den äußeren Gegebenheiten bleiben. Wichtig ist auch die Einhaltung der umgekehrten Reihenfolge. Diese Übung dauert ca. zehn Minuten und schenkt eine gewisse Ordnung und Ruhe im Gedankenleben und Nervensystem, unabhängig wie gut die Übung im äußeren Sinne gelingt und wie erfolgreich die Aufrechterhaltung der Konzentration zunächst erscheint.
Die Übung fordert das Bewusstsein noch einmal stark zu Konzentration und Wachheit, stärkt die Führungskraft über die Gedanken und lässt uns anschließend die Tagesereignisse und Gedanken leichter loslassen und auch leichter einschlafen. Einfacher könnte man sagen, die Eindrücke des Tages können besser verdaut werden und belasten nicht mehr unterschwellig das Gemüt. Wichtige Aspekte für das Praktizieren einer derartigen Übung sind auch die Ausdauer und die Gelassenheit gegenüber einem äußeren Erfolg. Beginnt man mit derartigen Übungen, wird man sogleich mit einigen scheinbaren Schwierigkeiten konfrontiert, die in Wirklichkeit lebendige Bewusstseinserfahrungen darstellen, deren positive Wirkungen auf das Seelenleben nicht unbedingt direkt ersichtlich sind. Man wird zum Beispiel erfahren, wie erschöpft und müde man eigentlich schon ist, und man ist geneigt, während der Übung einzuschlafen. Vielleicht hat man diese Müdigkeit zuvor abends noch gar nicht bemerkt, da sie durch äußere Aktivitäten und Ablenkungen überdeckt war. Oder es wird bemerkt, wie sich immer wieder andere Gedanken dazwischen schieben und wie schwer es fällt, bei einer Sache zu bleiben. Oft entdeckt man, wie wenig man die Umwelt bewusst wahrgenommen hat und gar nicht sagen kann, welche Kleidung zum Beispiel das Gegenüber getragen hat. Oder die Gedanken bleiben an einer Situation hängen, oder man ist von den erlebten Gefühlen gefangen. Auch die Einhaltung der rückwärtigen Reihenfolge ist etwas Ungewohntes und stellt eine hohe Anforderung an die Konzentration. All diese Erfahrungen gehören dazu und dienen der Bewußtwerdung. Kann man sich nicht mehr an ein Ereignis erinnern, oder bleibt stecken, überspringt man diese Situation und geht weiter zurück in der Erinnerung. Nach wiederholter und regelmäßiger Übung gelingt die Rückverfolgung besser, und oft wird man entdecken, dass der Alltag mit größerer Aufmerksamkeit betrachtet wird.
Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass bei aufrichtiger Bemühung die Schlafqualität verbessert wird, auch wenn die Übung selbst lang ohne „Erfolg“ bleibt. Förderlich für die Lebenskräfte allgemein und die Qualität des Schlafes erweist sich auch, wenn regelmäßig eine Zeit der gedanklichen Auseinandersetzung und Besinnung in den Tageslauf integriert wird, zum Beispiel in Form einer Naturbetrachtung oder dem Lesen in inspirierten Schriften.
Die oben beschriebenen Übungen können unabhängig von Gesundheit und Krankheit oder eventuellen Therapien von jedem praktiziert werden.
Zu Abschluss möchte ich noch einige Tipps aus der Naturheilkunde anfügen. Ganz allgemein gibt es einige einfache Bedingungen die den gesunden Schlaf behindern können, aber oft nicht beachtet werden. So sollte das Schlafzimmer ruhig und harmonisch gestaltet sein, Fernseher, Rundfunkempfänger, Schnurlostelefone und Handys in der Nähe des Schlafplatzes oder anderer Elektrosmog haben einen sehr ungünstigen Einfluss auf den Schlaf und können erhebliche Schlafprobleme oder andere gesundheitliche Störungen provozieren, ebenso wie Wasseradern und geophatische Reizfelder unter dem Bett. Schwere und allzu üppige Mahlzeiten spät am Abend stören den biologischen Rhythmus der Stoffwechselorgane und damit auch den Schlaf. Auch kalte Füße behindern vor allem das Einschlafen. Als Ursache für Schlafstörungen kommen auch viele körperliche oder psychische Erkrankungen in Frage. In diesen Fällen ist eine gezielte Therapie zur Begleitung anzuraten.
Ein bewährtes homöopathisches Mittel bei Schlaflosigkeit ist der Phosphor. Phosphorus D6 morgens 8-10 Tropfen hilft der Seele zur Inkarnation, das heißt zum besseren Ergreifen des Tages, Phosphorus D30 5 Tropfen abends hilft der Seele zur Exkarnation, zum leichteren loslassen des Körpers. Bei Menschen die kein waches Interesse an der Gegenwart entwickeln können, was sich in Konzentrationsmangel und oder in schlafverhindernden hartnäckigen Gedankenwiederholungen äußert haben sich mir die Bachblütentropfen "White Chestnut" als hilfreich erwiesen. 4 Tropfen Blütenkonzentrat in einem 30 ml Tropffläschchen mit Wasser verdünnt. 4X4 Tropfen täglich über 2 Monate. Gute Erfolge konnte ich auch mit Cerebretik von Soluna 10 Tropfen auf 1 Tasse Melissentee ( die Tropfenzahl kann bis 20 Tropfen erhöht werden, muss individuell durch langsame Steigerung erprobt werden) vor dem Schlafen beobachten. Ein Teerezept von Heinz Grill bei Schlaflosigkeit: 1/2 Teelöffel Rosmarin, 1/2 Teelöffel Thymian und 1 Teelöffel rote Malvenblüten, heiß aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen. Süßen mit 1 Teelöffel Honig. Die rote Malve wirkt beruhigend auf das Nervensystem, ohne herab Dämpfung des Bewusstseins. Rosmarin und Thymian regen leicht den Stoffwechsel und Wärmeorganismus an. Der Rosmarin hat auch eine leicht wach machende Wirkung auf das Bewusstsein. Dieser Tee ist gerade durch dieses nochmalige sanfte Anregen der Bewusstseinskräfte Schlaffördernd, vor allem wenn die anregende Wirkung dazu benutzt wird z.B. die Übung der Rückschau vor dem zu Bett gehen auszuführen. Bei manchen Menschen wirkt zum Beispiel auch der Kaffee schlaffördernd. Für diejenigen die zu Beschwerden im Verdauungssystem und Blähungen neigen ist eventuell folgende Mischung(ebenfalls von H.Grill) wirksamer: 1 Teelöffel Fenchelsamen, 1 Teelöffel Anissamen und einige getrocknete rote Malvenblüten, 5 - 10 Min ziehen lassen und 1 Teelöffel Melasse einrühren.
Gerhard Himmel
Die Ägypter fühlten sich in Ihrem Wesen und Leben ganz mit dem Erleben des täglichen Sonnenlaufes verbunden. Sie erlebten den Sonnenaufgang am Morgen, die strahlende Kraft der Sonne am Mittag, das verblassen der Sonne am Abend und das erlöschen des Lichtes in der Nacht noch ganz als lebendige Dramatik, die eng mit ihrem ganzen Alltags- und Seelenleben verknüpft war. Wie die Sonne auf ihrer Reise vom Aufgang zum Untergang alterte und erschöpfte, um am nächsten Morgen erholt und erneuert ihre Reise neu zu beginnen, erlebte der Ägypter, wie er im Tageslauf ermüdete und alterte, um am nächsten morgen seinen Tag neu geboren und belebt wieder zu beginnen. Sie entwickelten lebendige Bilder von der weiten Fahrt des Sonnengottes über den Himmel und stellten es sich gern als Schiffsreise vor, die der Sonnengott in der Tagesbarke zurücklegt. Für den Nachtweg stand eine Nachtbarke zur Verfügung, mit der er den Weg durch die Unterwelt, zu der auch die Toten gehörten, zurücklegte. Die am meisten verbreitetste bildliche Darstellung für den Nachtweg ist die einer Himmelsgöttin, durch deren Leib die Reise geht. Am Abend taucht die Barke in ihn ein und durchquert das von vielen Wesen bevölkerte und ganz vom Lebenswasser (Nun) erfüllte Innere. Verschiedene Aufenthaltsorte werden auf dieser Reise durchquert. Die Toten sind dort zu finden und Götter die mit dem Sonnengott sprechen, ihn loben und preisen wenn er vorüber fährt, aber auch Gegner des geordneten Lebens, die die Fahrt des Sonnenschiffes hindern wollen. Am Morgen wird wird das Sonnenschiff von seiner Zugmannschaft nach oben gezogen. Als Wunder auf diesem Weg des Sonnengottes galt den Ägyptern vor allem die lebenserneuernde Kraft der Nachtfahrt, erlebten sie doch selbst die Erschöpfung während des Tages und die Erfrischung nach der nächtlichen Finsternis.
Trotz der intensiven wissenschaftlichen Forschung birgt der Schlaf noch viele ungelöste Rätsel. Eine einfache, aufmerksame Betrachtung des Phänomens Schlaf stellt uns sogleich vor einige zentrale Fragen:
Wie kommt es, dass unsere, während des Wachens verbrauchten Kräfte nach einem gesunden Schlaf wie durch ein Wunder wieder hergestellt sind und wir frisch und gestärkt erwachen? Diese Frage lässt sich nicht einfach durch das Argument beantworten, dass wir ja durch das Untätig sein und Ruhig stellen unserer Gliedmaßen und Gedankentätigkeit ausgeruht und erholt sind, denn die Beobachtung zeigt recht deutlich, dass Ausruhen und Entspannen zwar eine gewisse Erholung bewirken kann, aber den Schlaf nicht wirklich ersetzen kann. Länger dauernder Schlafentzug führt auf die Dauer immer zu erheblichen Schwächung des Nervensystems und weiteren organischen und psychischen Erkrankungen bis hin zu ernsten Psychosen, selbst wenn der betreffende Mensch genügend lange Phasen des Untätig seins einlegen kann. Auch die Erfahrung, dass ein Tag mit Müßiggang und Ruhe nicht unbedingt zu mehr Wachheit und Kraft, sondern im Gegenteil auch zu mehr Abgeschlagenheit und Müdigkeit führen kann setzt das Argument außer Kraft, dass die Regeneration des Schlafes allein durch die Erholung der Glieder und Nerven bewirkt wird. Hinzu kommt, dass wir Tage kennen, wo wir trotz tiefen und festem Schlaf wie gerädert, müde und abgespannt erwachen. Dies zeigt uns, dass die Qualität des Schlafes und seine Kräfte erneuernde Wirkung noch andere, verborgene Gründe hat.
Eine weitere Frage die sich stellt lautet: Was geschieht während des Schlafes mit unserem Bewusstsein? Mit unserer Seele? Wo hält sich die Seele oder das Bewusstsein während des Schlafes auf?
Ein offensichtliches Kennzeichen des Schlafes besteht ja in der Abwesenheit des Bewusstseins. Im Tiefschlaf können wir nichts mehr wahrnehmen, wir versinken in vollständige Bewusstlosigkeit. Oder während der Traumperioden ist unser Bewusstsein gegenüber des Wachzustandes stark verändert, lebt ganz in Bildern und Erlebnissen, die sich der Kontrolle unseres wach bewussten Verstandes entziehen.
Die entstandenen Fragen im Gedächtnis behaltend, wenden wir uns nun der Betrachtung einiger Erklärungen über die Geschehnisse während des Schlafes aus unterschiedlichen Standpunkten zu.
Die Schulmedizin und Wissenschaft versucht das Rätsel Schlaf durch Messung von Hirnströmen und Beobachtung von Stoffwechselprozessen zu klären. Sie hat herausgefunden, dass bei den verschiedenen Bewusstseinszuständen Gehirnwellen mit unterschiedlichen Wellenlängen messbar sind. Beim einschlafen treten niederfrequente (langsame -sogenannte) Wellen auf, die bis zum Tiefschlaf in noch langsamere Wellen ( Wellen) übergehen. Während des Schlafes durchläuft der Mensch die verschiedenen Schlafphasen 4- 5mal, wobei in der als REM-Phase bezeichneten Periode immer schnelle Augenbewegungen zu beobachten sind ( REM = rapid eye movements). Diese Phase kennen wir als sogenannte Traumphase, in der gehäuft Träume auftreten. Die anderen Schlafphasen werden wissenschaftlich als Nicht-REM Phasen bezeichnet - in der Umgangssprache bezeichnet es die Tiefschlafphase. Diese Untersuchungsergebnisse sind recht interessant, sagen jedoch nur aus, dass sich das Gehirn während des Schlafes in einem anderen Tätigkeitszusammenhang befindet, der messbar ist, aber nicht wirklich beantworten kann, welche Erlebnisse das Bewusstsein im Schlaf hat und wie der Zusammenhang mit der Krafterneuerung gegeben ist.
In der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners wird der Träger des Bewusstsein als eigenständiges Wesensglied des Menschen beschrieben und als Astralleib benannt. Für eine hellsichtige Betrachtung im Sinne der Geisteswissenschaft stellt sich das Geschehen im Schlaf so dar, dass der Astralleib und das Ich des Menschen sich vom physischen und Ätherleib trennen und in den kosmischen Umraum erweitern. Zum besseren Verständnis ist es hilfreich, diesen Vorgang vom Standpunkt einer geisteswissenschaftlichen Betrachtung etwas ausführlicher zu betrachten. Der Mensch wird als viergliedriges Wesen beschrieben, bestehend aus Physischen Leib, Äther- oder Lebensleib, Astralleib und Ich. Diese Viergliedrigkeit ergibt sich aus der vergleichenden Betrachtung mit den Naturreichen. Mit dem Physischen Leib hat der Mensch Anteil am Mineralreich. Alles feste, mineralische besteht aus einem Physischem Leib. Ein Kristall ebenso, wie diejenige Anteile des Menschen, die als seine festen, mineralischen Bestandteile wahrnehmbar sind. Für das nächste Naturreich, die belebte Pflanzenwelt, kommt ein Wesensglied hinzu, der Lebensleib bzw. Ätherleib. Es ist dasjenige Wesensglied, dass die Lebendigkeit verleiht. Trennt sich der Ätherleib vom Physischen Leib, so tritt der Tod ein. Für alle Lebewesen bedeutet dies, es bleibt der Physische Leib zurück, der dann ganz den Kräften der mineralischen Welt anheim fällt. Ebenso wie die Pflanze haben auch die Tiere und der Mensch einen Ätherleib. Im Tierreich treten nun ein weitere Wesensmerkmale hinzu, das Empfinden von Hunger, Durst, Schmerz usw.,ebenso wie die Möglichkeit der Bewegung von einem Ort zu einem anderen und das Triebleben. Der Träger dieser Merkmale wird in der Geisteswissenschaft Astralleib genannt, als Ausdruck für die Verwandtschaft mit der Sternenwelt. Diese Verwandtschaft kommt auch in dem Begriff Tierkreiszeichen oder -Bilder zum Ausdruck. Auch an dieser Welt hat der Mensch durch seinen Astralleib Anteil. Trennt sich der Astralleib vom Äther- und physischen Leib, so tritt der Schlaf ein. Träume sind Ausdruck dafür, dass der Astralleib noch eine lockere Verbindung zum Ätherleib hat. Pflanzen könnte man in diesem Sinne auch als schlafende Wesen bezeichnen. Das vierte Wesensglied als Ausdruck des typisch menschlichen ist das Ich. Dieses Ich hat der Mensch für sich allein und es befähigt ihn zu denken und bewusst Anteil an einer rein geistigen oder göttlichen Welt zu haben. Nach Geisteswissenschaftlicher Schilderung treten Astralleib und Ich beim Einschlafen aus dem physischen und Ätherleib aus, um sich in den Kosmos auszudehnen. Das Bewusstsein hat auch in dieser astralen Welt Erlebnisse, die dem Schlafenden Menschen nicht bewusst werden, da die Verbindung zum physischen Träger des Bewusstseins unterbrochen ist. In der Traumphase besteht noch eine schwache Verbindung zum Ätherleib, wodurch die Erlebnisse der Traumbilder möglich wird. Aus der kosmischen Welt in der sich das Bewusstsein während des Schlafes aufhält, erfließen dem Menschen die Kräfte, die ihn am nächsten Morgen gestärkt erwachen lassen.
Der spirituelle Lehrer und Begründer eines neuen Yoga, Heinz Grill, vergleicht den Rhythmus von Wachen und Schlafen mit dem Rhythmus von ein- und ausatmen. Das Erwachen wird mit der Einatmung des Bewusstseins, das Einschlafen mit der Ausatmung des Bewusstseins beschrieben.
Für die Lebenspraxis des Menschen hat der gesunden Schlaf eine grundlegende Bedeutung für die körperliche, seelische und geistige Gesundheit und Entwicklung. Länger anhaltende Schlaflosigkeit oder eine drastische Verminderung der Schlafqualität führen zu erheblichen Störungen, angefangen von allgemeiner Nervosität, Konzentrations- und Lernstörungen, bis hin zu schweren Psychosen und Organstörungen. Die Ursachen und Erscheinungsformen der verminderten Schlafqualität sind recht vielfältig. Neben den allgemein bekannten Einschlaf- und Duschschlafstörungen oder generelle Schlaflosigkeit tritt in den letzten Jahren immer häufiger das Phänomen auf, dass Menschen gemessen an der Dauer und Tiefe des Schlafes gut Schlafen, aber trotzdem nicht erholt aufwachen, sondern sich ausgelaugt, zerschlagen und müde fühlen, von Ängsten, Depressionen und Kraftlosigkeit geplagt werden. Dieses Phänomen wird meist im Zusammenhang mit Depressionen oder dem Burnout Syndrom (auch chronisches Müdigkeitssyndrom genannt) beobachtet. Aber auch gesunde Menschen erleben hin und wieder Nächte, die nicht zu der erhofften Regeneration führen. Ein aufmerksamer Beobachter wird schnell feststellen können, dass die Qualität des Schlafes eng mit der Qualität des vorangegangenen Tages zusammenhängt. Ein Tag mit anstrengender körperlicher Tätigkeit, mit einer lebendig interessierten und konzentrierten gedanklichen Auseinandersetzung oder ein Tag mit viel körperlicher Bewegung wird in der Regel zu einem erholsamen Schlaf führen. Dagegen werden Tage mit viel Müßiggang, mit einer langweiligen, routinemäßigen Tätigkeit, ein mit Sorgen belasteter Tag, oder ein Tag mit vielen passiv aufgenommen Sinnesreizungen ( Konsum, Massenmedien usw.) eine Störung oder Verminderung der Schlafqualität bewirken. Umgekehrt wird das aktive Teilnehmen am Alltagsgeschehen und das Wohlbefinden durch eine erholsame Nacht sehr gefördert, während eine Nacht mit gestörtem Schlaf die sinnvolle Tagesgestaltung und wache Konzentration sehr erschwert. Diese Zusammenhänge können zu einem Teufelskreis erwachsen, indem der Betroffene durch den gestörten Schlaf nicht in den Tag findet, wodurch wiederum die Schlafqualität leidet usw. Ausgehend von diesen Gedanken können wir sagen, dass die sinnvolle Gestaltung des Tages wohl zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört um den gesunden Schlaf zu fördern. Körperliche Bewegung und die wache und konzentrierte gedankliche Hinwendung an ein selbst gewähltes Thema sind hier besonders zu empfehlen. Sportliche Betätigung bietet für viele Menschen die vorwiegend einer Arbeit mit wenig Bewegung nachgehen einen sinnvollen Ausgleich. Sehr förderlich sind zum Beispiel Wanderungen die eine sinnvoll gemessene Anforderung an die körperliche Leistung stellen und außerdem der ruhigen und wachen Betrachtung der Natur und einer aktiven Gedankenbildung Raum geben. Ein bewusstes Verweilen und Betrachten einer Blume mit einer gezielten Gedankenausrichtung (z.B.: was sind Weisheitskräfte, oder was unterscheidet eine Blume vom Menschen, welche Empfindungsqualitäten leben in dieser Pflanze usw.) hat eine starke ordnende Wirkung auf das Nervensystem und fördert die regenerierende Kraft des Schlafes. Auch die Auseinandersetzung mit den Übungen des Yoga haben sich als besonders heilsam erwiesen. Die Körperübungen gleichen zum einen Bewegungsmangel aus, kräftigen die körperliche und seelische Spannkraft. Allgemein bekannt sind auch die ausgleichenden Wirkungen auf den Stoffwechsel, das Drüsen- und Nervensystem. Darüber hinaus fördern sie bei einer mit Aufmerksamkeit und Interesse ausgeführten Übungsweise zu einer größeren Erlebnissfähigkeit und wachen Anteilnahme am Leben.
Eine mentale Übung aus dem Yoga, die sich besonders zur Ausführung am Abend eignet und besonders bei Schlafstörungen heilsam wirkt soll hier näher beschrieben werden.
Die Übung wird „Tagesrückschau“ genannt und wurde bereits von Rudolf Steiner in ähnlicher Form beschrieben: Der Übende setzt sich aufrecht hin und achtet zunächst einmal auf eine gerade Rückenhaltung. Am günstigsten ist dabei der Schneidesitz oder auch der Lotussitz. Die Übung kann auch im Sitzen auf dem Stuhl ausgeführt werden. Dabei sollte der Rücken möglichst aufgerichtet sein. Diese Aufrichtung des Rückens ist wichtig, da sie dem Bewusstsein eine größere Wachheit verleiht. Zu Beginn bringt sich der Übende dann die eigene Körperhaltung zu Bewusstsein, indem er die einzelnen Körperabschnitte, beginnend bei den Füßen und Beinen, dann vom unteren Rücken aufsteigend zu den Schultern, Nacken und Kopf erspürt. Diese Vorbereitung ist recht günstig, denn sie bringt eine erste Ordnung und eine größere Ruhe in die Gedanken. Die eigentliche Übung besteht dann darin, dass das Tagesgeschehen rückwärts, beginnend am Abend, zurück zum Morgen in umgekehrter Reihenfolge noch einmal in das Bewusstsein gehoben wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Geschehen frei von eigenen Emotionen und Werturteilen betrachtet wird, so als würde ein Fremder von außen die Situation anschauen. Mann kann dabei ganz einfach bei den äußeren Gegebenheiten bleiben. Wichtig ist auch die Einhaltung der umgekehrten Reihenfolge. Diese Übung dauert ca. zehn Minuten und schenkt eine gewisse Ordnung und Ruhe im Gedankenleben und Nervensystem, unabhängig wie gut die Übung im äußeren Sinne gelingt und wie erfolgreich die Aufrechterhaltung der Konzentration zunächst erscheint.
Die Übung fordert das Bewusstsein noch einmal stark zu Konzentration und Wachheit, stärkt die Führungskraft über die Gedanken und lässt uns anschließend die Tagesereignisse und Gedanken leichter loslassen und auch leichter einschlafen. Einfacher könnte man sagen, die Eindrücke des Tages können besser verdaut werden und belasten nicht mehr unterschwellig das Gemüt. Wichtige Aspekte für das Praktizieren einer derartigen Übung sind auch die Ausdauer und die Gelassenheit gegenüber einem äußeren Erfolg. Beginnt man mit derartigen Übungen, wird man sogleich mit einigen scheinbaren Schwierigkeiten konfrontiert, die in Wirklichkeit lebendige Bewusstseinserfahrungen darstellen, deren positive Wirkungen auf das Seelenleben nicht unbedingt direkt ersichtlich sind. Man wird zum Beispiel erfahren, wie erschöpft und müde man eigentlich schon ist, und man ist geneigt, während der Übung einzuschlafen. Vielleicht hat man diese Müdigkeit zuvor abends noch gar nicht bemerkt, da sie durch äußere Aktivitäten und Ablenkungen überdeckt war. Oder es wird bemerkt, wie sich immer wieder andere Gedanken dazwischen schieben und wie schwer es fällt, bei einer Sache zu bleiben. Oft entdeckt man, wie wenig man die Umwelt bewusst wahrgenommen hat und gar nicht sagen kann, welche Kleidung zum Beispiel das Gegenüber getragen hat. Oder die Gedanken bleiben an einer Situation hängen, oder man ist von den erlebten Gefühlen gefangen. Auch die Einhaltung der rückwärtigen Reihenfolge ist etwas Ungewohntes und stellt eine hohe Anforderung an die Konzentration. All diese Erfahrungen gehören dazu und dienen der Bewußtwerdung. Kann man sich nicht mehr an ein Ereignis erinnern, oder bleibt stecken, überspringt man diese Situation und geht weiter zurück in der Erinnerung. Nach wiederholter und regelmäßiger Übung gelingt die Rückverfolgung besser, und oft wird man entdecken, dass der Alltag mit größerer Aufmerksamkeit betrachtet wird.
Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass bei aufrichtiger Bemühung die Schlafqualität verbessert wird, auch wenn die Übung selbst lang ohne „Erfolg“ bleibt. Förderlich für die Lebenskräfte allgemein und die Qualität des Schlafes erweist sich auch, wenn regelmäßig eine Zeit der gedanklichen Auseinandersetzung und Besinnung in den Tageslauf integriert wird, zum Beispiel in Form einer Naturbetrachtung oder dem Lesen in inspirierten Schriften.
Die oben beschriebenen Übungen können unabhängig von Gesundheit und Krankheit oder eventuellen Therapien von jedem praktiziert werden.
Zu Abschluss möchte ich noch einige Tipps aus der Naturheilkunde anfügen. Ganz allgemein gibt es einige einfache Bedingungen die den gesunden Schlaf behindern können, aber oft nicht beachtet werden. So sollte das Schlafzimmer ruhig und harmonisch gestaltet sein, Fernseher, Rundfunkempfänger, Schnurlostelefone und Handys in der Nähe des Schlafplatzes oder anderer Elektrosmog haben einen sehr ungünstigen Einfluss auf den Schlaf und können erhebliche Schlafprobleme oder andere gesundheitliche Störungen provozieren, ebenso wie Wasseradern und geophatische Reizfelder unter dem Bett. Schwere und allzu üppige Mahlzeiten spät am Abend stören den biologischen Rhythmus der Stoffwechselorgane und damit auch den Schlaf. Auch kalte Füße behindern vor allem das Einschlafen. Als Ursache für Schlafstörungen kommen auch viele körperliche oder psychische Erkrankungen in Frage. In diesen Fällen ist eine gezielte Therapie zur Begleitung anzuraten.
Ein bewährtes homöopathisches Mittel bei Schlaflosigkeit ist der Phosphor. Phosphorus D6 morgens 8-10 Tropfen hilft der Seele zur Inkarnation, das heißt zum besseren Ergreifen des Tages, Phosphorus D30 5 Tropfen abends hilft der Seele zur Exkarnation, zum leichteren loslassen des Körpers. Bei Menschen die kein waches Interesse an der Gegenwart entwickeln können, was sich in Konzentrationsmangel und oder in schlafverhindernden hartnäckigen Gedankenwiederholungen äußert haben sich mir die Bachblütentropfen "White Chestnut" als hilfreich erwiesen. 4 Tropfen Blütenkonzentrat in einem 30 ml Tropffläschchen mit Wasser verdünnt. 4X4 Tropfen täglich über 2 Monate. Gute Erfolge konnte ich auch mit Cerebretik von Soluna 10 Tropfen auf 1 Tasse Melissentee ( die Tropfenzahl kann bis 20 Tropfen erhöht werden, muss individuell durch langsame Steigerung erprobt werden) vor dem Schlafen beobachten. Ein Teerezept von Heinz Grill bei Schlaflosigkeit: 1/2 Teelöffel Rosmarin, 1/2 Teelöffel Thymian und 1 Teelöffel rote Malvenblüten, heiß aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen. Süßen mit 1 Teelöffel Honig. Die rote Malve wirkt beruhigend auf das Nervensystem, ohne herab Dämpfung des Bewusstseins. Rosmarin und Thymian regen leicht den Stoffwechsel und Wärmeorganismus an. Der Rosmarin hat auch eine leicht wach machende Wirkung auf das Bewusstsein. Dieser Tee ist gerade durch dieses nochmalige sanfte Anregen der Bewusstseinskräfte Schlaffördernd, vor allem wenn die anregende Wirkung dazu benutzt wird z.B. die Übung der Rückschau vor dem zu Bett gehen auszuführen. Bei manchen Menschen wirkt zum Beispiel auch der Kaffee schlaffördernd. Für diejenigen die zu Beschwerden im Verdauungssystem und Blähungen neigen ist eventuell folgende Mischung(ebenfalls von H.Grill) wirksamer: 1 Teelöffel Fenchelsamen, 1 Teelöffel Anissamen und einige getrocknete rote Malvenblüten, 5 - 10 Min ziehen lassen und 1 Teelöffel Melasse einrühren.
Gerhard Himmel
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